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«RUNDBRIEF APRIL»

Liebe Missionsfreunde 

Vor genau 10 Jahren war Lucie zu mir nach Karengera gekommen, um mir während eines Monats zu helfen. Unsere Wohnung erhielt neue Vorhänge, und Lucie besuchte unsere Nachbarn und Freunde. Der Abschlussgottesdienst mit den Schülern war trotz der politischen Spannungen, die täglich beklemmender wurden, sehr gesegnet. Wir waren zuversichtlich, nach den kurzen Osterferien das dritte Quartal in Angriff nehmen zu können. Ostersonntag mit der ganzen Gemeinde zu feiern, war etwas Besonderes, bevor wir nach Kigali abreisten – und .... einige Tage später evakuiert wurden! 

Ein Politiker machte in einem Buch die allgemeine Armut, den Hunger und die Ausweglosigkeit für den Ausbruch des Krieges mitverantwortlich. Leider ist die heutige, wirtschaftliche und soziale Situation nicht weniger dramatisch. Männer und Frauen stöbern im Müll ausserhalb der Hauptstadt nach Ess- und Brauchbarem. Erwachsene und Jugendliche, Strassenkinder, Kriegs- und AIDS-Waisen sind ständig unterwegs auf der Suche nach etwas Arbeit oder Hilfe in einer Stadt, die wächst und wächst. Neue, mehrstöckige Gebäude und neue Quartiere entstehen. Den Händlern scheint es gut zu gehen, doch die Strassen werden nicht breiter, und das Verkehrschaos wird zum Alltag. Einige Rwander, die ihr Heimwesen auf dem Land verlassen haben oder aus dem Exil heimgekommen sind, haben hier Arbeit gefunden, doch ihr Verdienst hält mit den steigenden Lebenskosten nicht Schritt.   

Nun wollen wir die Hauptstadt Kigali verlassen. Für die 200 km nach Karengera benötigt man heute nur noch fünf bis sechs  Stunden, weil drei Viertel der Strecke gut ausgebaut und asphaltiert sind. Dies erleichtert den Einkauf der benötigten Lebensmittel auf den grossen Märkten im Norden oder ganz im Süden des Landes, wo auch Produkte aus den Nachbarländern feilgeboten werden.

 

Lehrer und Schüler sind sehr glücklich über den neuen Esssaal! Bis 700 Personen können gleichzeitig verpflegt werden. Hier  finden jetzt auch Elterntage, Schülertreffen und gut besuchte, lebendige Gottesdienste statt. Die Küche wurde ebenfalls umgebaut und mit zwei neuen 500l Kochkesseln erweitert. Das Mobiliar stammt aus unserer eigenen Schreinerei. 

Ein gedeckter Tisch: Trotz regionaler, sintflutartiger Regenfälle in den Monaten Januar und Februar mit grossen Schäden an Kulturen, Strassen und Häusern, versprechen die bebauten Felder, vorausgesetzt, dass bis Mai Regen fällt, eine gute Mais- und Hirseernte. Eine Delegation der UNO Welternährungsorganisation rechnet sogar mit einer guten Bohnenernte, sofern der Regen nicht zu früh ausbleibt. Leider ist der Maniok von einem Virus befallen, weshalb in diesen Tagen 10 Millionen Stecklinge einer resistenten Sorte an die Bauern verteilt werden. Bis zur Ernte im Juni wird es aber für alle, auch für die Internatsschulen schwierig. Reis, Bohnen und was sonst noch notwendig ist, versucht unser Schulverwalter Gabriel zu tragbaren Preisen auf den grossen Märkten im Süden des Landes, an der Grenze zum Kongo, einzukaufen. 

Verlängertes Schuljahr 2003/04 in Rwanda: Statt wie bis anhin im Juli das Schuljahr zu beenden, sollen die Schüler erst Ende September entlassen werden. Von dieser Verlängerung sind auch die Schulabgänger betroffen; die Abschlussprüfungen werden erst im Oktober und nicht schon im Juli stattfinden Diese drei zusätzlichen Monate sind für viele Eltern und Sponsoren eine neue, uner-wartete Belastung.. Mit eurer treuen Unterstützung und unserem Freund und Hauptsponsor für Karengera, Pasteur Mathieu Eggler, Geschäftsführer von „Contactions“ der Stiftung „Pro Abbeville“ in Biel, werden wir auch diese zusätzliche Last für unsere Patenkinder tragen können. Ab 2005 wird also das Schuljahr 2005 dem Kalenderjahr entsprechen und anfangs Januar beginnen. 

Überraschung in Karengera: Die Sternsinger von Ebnat-Kappel haben anfangs Januar 6’500.- für die Primarschule und Berufsschule Karengera gesammelt. Mit diesem Geld konnte der Direktor Etienne die 1000 Primarschüler und 130 Berufsschüler mit Schulheften, Kugelschreibern; die Erst- bis Drittklässler mit Schreibtafel und Griffel und alle Klassen mit neuen Kreiden versorgen. In der Berufsschule, wo 20 Strassenkinder von Kigali integriert sind, werden 30 neue Schülerpulte fabriziert und alle defekten Pulte des Schulzentrums repariert. Und noch blieb Geld übrig, um Backsteine für den Bau zweier neuer Schullokale einzukaufen. Die Freude war gross! 

Freude in Algier: Jean Damascène hat die Schule in Karengera mit Erfolg abgeschlossen und darf jetzt dank eines staatlichen Stipendiums an der Universität in Algier studieren. Er fühlte sich sehr einsam, vermisste die Gottesdienste und die Gemeinde. Von den evangelikalen Gemeinden in Algier hatte er keine Ahnung! Dank unserer guten Kontakte zu Frankreich war es mir möglich, meinem ehemaligen Schüler gute Adressen zu vermitteln, und alles hat sich zum Guten gewendet. Eine protestantische Gemeinde hat für die Studenten einen Raum zur Verfügung gestellt, wo sich alle gläubigen Studenten regelmässig zum Gebet, zur Bibelbetrachtung und persönlichem Austausch treffen können. Jean Damascène ist überglücklich über diese positive Wende, und dass er sich jetzt auch in diesem neuen, fremden Umfeld für das Reich Gottes einsetzen kann.

Spannung in Abidjan: In wenigen Wochen soll unser Theologiestudent Ezechias Gahigiro in Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, promoviert werden. Vor ein paar Tagen hat er uns seine Abschlussarbeit via Internet übermittelt und zwar aus Angst vor möglicher Flucht oder Verlust durch Plünderungen. Über der riesigen Stadt wurde der Ausnahmezustand verhängt: Ausgangs-sperre für alle, Militär in den Strassen .... Die Lage ist gespannt, und vor allem die Ausländer sind das Ziel des Hasses. Betet für unsere rwandischen Familien in Abidjan! 

Die Freude am Herrn ist eure Stärke, steht in Nehemia 8.10 geschrieben! Notvolle Situationen bleiben uns nicht erspart, aber die Freude am Herrn gibt uns täglich Mut, vorwärts zu gehen. 

In dieser Verbundenheit grüssen wir euch alle ganz herzlich und wünschen euch Gottes reichen Segen. Eure dankbaren

Ebnat-Kappel, April 2004                 

Alfred und Lucie Tobler

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

   
 

 

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