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«RUNDBRIEF November 2004»

 

Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? (1. Mose 18.14)  

Eher fällt der Himmel, eh mich täuscht Dein Wort. (G.F.L. Knak) 

Liebe Paten, liebe Missionsfreunde 

Gott hat sich zu allen Zeiten als der Allmächtige offenbart, und auch wir durften Ihn ganz persönlich schon so oft und besonders während der letzten Monate und Wochen erleben. 

Zuerst möchten wir mit euch Tyazo, 25 km, also eine Autostunde südlich von Karengera gelegen, besuchen. Es begann im Herbst 1970. Der junge, dynamische Pastor Joseph, der später zum Leiter der ganzen Bewegung gewählt wurde, hatte seine Stelle als Primarlehrer gekündigt und trat in den vollzeitlichen Dienst. Er wohnte in einer kleinen Lehmhütte neben der Lehmkapelle, die die Christen in aller Eile und grossen Erwartungen erstellt hatten.

Mit anderen jungen Männern und Frauen trug Joseph das Evangelium von Hügel zu Hügel. Bald kam er mit dem Plan einer grossen, 30m langen Kirche zu uns. Es machte mir Angst, hatte ich doch keine Erfahrung im Bauen. Doch der Herr schenkte gute Maurer und gab Gnade zum ganzen Bau. Ein junger Zimmermann aus der Schweiz war gerade zu Besuch, und unter seiner Leitung geriet alles wohl. Die letzten Wellbleche wurden bei einsetzendem Regen fest genagelt, sodass ein aufkommender Sturm keinen Schaden anrichten konnte.

Einige hundert Meter neben diesem neuen Zentrum ragten Reste einer Hausmauer aus den Disteln und Dornen, die üppig auf dem unbebauten Grundstück wucherten. Es sei einmal ein schönes Wohnhaus eines Belgiers hier gestanden, wurde mir gesagt. Für unsere vielen Jugendlichen brauchten wir einen Ort der Weiterbildung, weshalb wir beim Bürgermeister vorsprachen. Dieser war sofort einverstanden, uns die Ruine samt dazu gehörendem Land zu überlassen. Und so startete die Berufsschule, wo Schreiner, Schneider, Maurer und Landwirte ausgebildet werden konnten. Schulentlassene Buben und Mädchen fanden hier nicht nur eine praktische, dreijährige Ausbildung sondern erlebten Jesus als ihren persönlichen Erlöser. Einige setzten später ihre Talente als Evangelisten und Pastoren ein.

Sekundarschule: Eine staatlich anerkannte Sekundarschule startete 1993 in den Räumlichkeiten der Berufsschule, die ihrerseits an einen anderen Ort verlegt wurde. Jahr für Jahr mussten wegen der steigenden Schülerzahl neue Lokale gebaut werden. Heute gehen 600 Internats-Schüler der Region hier ein und aus. Fast die Hälfte ist auf finanzielle Hilfe angewiesen. Dank eurer Patenschaften sind arme und elternlose Jugendliche nicht ausgeschlossen. 

Berufsschule: Der Krieg von 1990 - 94 hat überall viel zerstört. Für die Berufsschule konnten die leer stehenden Häuser einer staatl. Organisation neben unserem Zentrum gemietet werden. Dann der Schock: Alle Gebäude wurden zum Kauf ausgeschrieben! Die geforderten 90.000.- CHF waren für uns unerschwinglich. Gott wurde um Hilfe angefleht, denn sollte Ihm etwas unmöglich sein? Und Gott, der Menschenherzen lenkt „wie Wasserbäche“ hat das Wunder getan: Letzte Woche, gerade zu meinem 70. Geburtstag übermittelte mir Pastor Fabien, der Direktor dieser Schule, die freudige Nachricht, dass das Schulministerium den Kaufpreis bezahlt habe. Alle Gebäude mit 2 Wohnhäusern gehören nun uns! Könnt ihr euch unsere Freude vorstellen? Nun kann die Schule weiter gehen, und die Reparaturen werden wir mit den Schülern im nächsten Schuljahr in Angriff nehmen.

Kirchgemeinde Tyazo: Die Schulen sind eingebettet in dieser lebendigen Gemeinde, die nach dem Krieg sehr stark gewachsen ist.  Eine grössere Kirche wurde für die über 6000 Gemeindeglieder dringend notwendig . Leider hielt das riesige Blechdach einem Orkan, der nur wenige Tage später übers Land fegte, nicht stand. Viel Einsatz wurde in wenigen Augenblicken zerstört. Die Christen, die sich in jenem Augenblick gerade in der Kirche aufhielten, kamen mit dem Schrecken davon. Was nun? Miteinander wurde der Schutt weg geräumt, und wieder von vorne begonnen. Die Mauern sind jetzt fertig....

Karengera:  Der neue Direktor Jacques hat sich schon gut eingelebt und wohnt mit seinen drei Kindern hier, während seine Frau noch in Butare studiert.  Zum ersten Mal bekleidet er diesen arbeitsintensiven Posten. Die Mitarbeiter werden ihm helfen, sich rasch in die verantwortungsvollen Aufgaben eines Schuldirektors einzuarbeiten.

Abschlussprüfungen: Weil dieses Schuljahr um 3 Monate verlängert wurde, fanden die Abschlussprüfungen erst im Oktober statt. Bis die Resultate publiziert werden, verstreichen noch einige Wochen. 

Ferien: Das neue Schuljahr wird anfangs Januar 2005 beginnen. Während dreier Monate sind also alle Schüler daheim, aber leider haben viele gar kein Daheim, auch wenn viele Waisen bei Verwandten oder guten Nachbarn Unterschlupf fanden. Es herrscht grosse Not. Viele leiden und suchen bei uns Hilfe, wenn ein Arztbesuch nötig ist oder der Hunger sie plagt. Hunger leiden alle, doch ganz schlimm haben es die Kinder in den elternlosen Haushalten. Der Garten ist leer und Gelegenheitsarbeit selten. 

Holzen verboten: Seit Ende Juli ist es im ganzen Land verboten, Bäume für Brennholz oder Bretter ohne amtliche Bewilligung zu fällen, um so den Wald zu schützen. Leider gibt es aber keine Alternative. Eine Bewilligung zu erhalten sei sehr schwer, weshalb Holzkohle, in der Stadt das einzige Brenn-material, nur noch an abgelegenen Stellen, also im Verborgenen, gebrannt werden kann. Kein Wunder, dass sich der Verkaufspreis verdoppelt hat. Auch auf dem Land ist Holz vom Markt verschwunden. Trotz eigenem Wald haben unsere Schulen bis jetzt keine Bewilligung zum Fällen erhalten und die Holzvorräte sind aufgebraucht......

 Kommunikation: Die weltweiten Fortschritte in der Telekommunikation machen die Welt immer kleiner. Nachrichten verbreiten sich schnell, trotzdem werden wir oft sehr einseitig informiert. Rwanda ist nicht mehr in den Schlagzeilen, aber auch 10 Jahre nach dem Völkermord ist vieles nicht aufgearbeitet. Noch immer sind die Gefängnisse überfüllt mit Männern und Frauen, die auf ihren Prozess warten. Für die vor zwei Jahren gewählten Volksrichter wartet eine riesige Arbeit, aber für die möglicherweise unschuldig Inhaftierten vergeht ein Jahr ums andere.

Liebe Paten und Missionsfreunde, wir dürfen dank eurer Treue mit euren Gaben Not lindern, Jugendlichen Schulung ermöglichen und so Mut und Hoffnung machen. Gott segne euch reichlich.

Wir wünschen euch eine frohe Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes, gesegnetes, neues Jahr, eure dankbaren

Alfred und Lucie Tobler

 Einige Bilder vom Schulzentrum Tyazo:

 

Lehrer und Schüler vor unserem Schulhaus

Nähunterricht für angehende Schneiderinnen

Dankbar wird das einfache Essen empfangen

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

   
 

 

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